Rechenpfennige als Teil der Numismatik

Zum Begriff Rechenpfennig

Die Numismatik als Wissenschaft unterscheidet zwischen Münzen und Medaillen. Zum numismatischen Teilgebiet Medaillen gehören die Marken und zu einer besonderen Gruppe der Marken werden Rechenpfennige gezählt (Ulrich Jakubzik).

Für Medaillen im engeren Sinne gilt die allgemein anerkannte Erklärung:

Als Spiegel von Kunst, Kultur und Geschichte hat die Medaille den Zweck,
                                                            - die Erinnerung an eine Persönlichkeit oder
                                                            - an ein besonderes Ereignis
festzuhalten
(Dieter Fassbender, S. 81; Hervorhebungen MW).

 Der Begriff „Rechenpfennig“ wurde von den Rechenmeistern und den Herstellern der Prägungen verwendet, führt aber umgangssprachlich immer wieder zu Verwechslungen. Rechenpfennige sind keine Münzen trotz ihres ähnlichen Aussehens, exakter wäre deshalb die Verwendung der Begriffe „Rechenmarke“ oder „Rechenstein“.

Ein Rechenpfennig war ursprünglich ein notwendiges Rechenhilfsmittel, welches zum Rechnen auf Linien zwingend benötigt war. Das Rechnen auf den Linien wurde so lange im täglichen Gebrauch genutzt, wie mit den römischen Zahlzeichen die Zahlen geschrieben und gerechnet wurden. In unseren Gebieten setzte sich die heutige Schreibweise der Zahlen erst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts durch, damit wurden die römischen Zahlen zum täglichen Rechnen nicht mehr benötigt.

Die weiteren Ausführungen zu den Rechenpfennigen in diesem Beitrag erfolgen aus numismatischer Sicht. Der numismatische Begriff „Rechenpfennig“ ist weiter zu fassen als der mathematische. Eine hilfreiche Beschreibung des Begriffs „Rechenpfennig“ finden wir bereits bei Johann Christian Reinhardt (* 1761 – † 1832) im dreiteiligen Werk „Kupfer-Kabinet“ vom Jahr 1828. Darauf aufbauend ergeben sich die drei Typen, die im Folgenden beschrieben werden.

Zuvor erfolgen noch einige begriffliche Klärungen, die ebenfalls auf den Aussagen von Reinhardt beruhen. Im Laufe der Zeit und örtlich unterschiedlich entstanden verschiedene Begriffe für die betrachtete Gruppe der Prägung „Rechenpfennig“, eine Auswahl sind:

Rechenpfennig, Legpennig, Raitpfennig, Raitgroschen,
Münzmeisterpfennig, Jeton, Calculi
(Johann Christian Reinhardt, Band 3 S. 53-55).

 Der Begriff „Jeton“ hat speziell in Frankreich eine erweiterte Bedeutung. Friedrich von Schrötter formulierte es so:

                                            Die französischen Rechenpfennige hießen bis zum 16. Jh. gectoires,
                                            seitdem Jetons von jeter = werfen … Es entwickelte sich ein „droit de jetons“
                                            - ein Anrecht auf Jetons (Einfügung MW) -, das im 17. Jh., besonders
                                            unter Ludwig XIV. ausartete: Neujahr 1683 wurden … an die Beamten … silberne Jetone verteilt …
(Schrötter, S. 552).

Rechenpfennig - Begriff

Rechenpfennig - drei Typen

Rechenpfennig - Literatur

Rechenpfennig des Monats

Rechenpfennig Sachsen