Heinrich Schreyber

ein unbekannter bedeutender Mathematiker - Rechenbuchautor

Feierliche Erinnerungen, Würdigungen von Persönlichkeiten oder bedeutende Ereignisse sind immer dann gefragt, aber auch wichtig, wenn das Jubiläum mit einer markanten Zahl verbunden ist. Die Zahl 500 spielt dabei eine herausragende Rolle. Einige Beispiele sollen daran erinnern:

- 500. Wiederkehr der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus - 1992
- 500. Geburtstag von Adam Ries(e) - 1992
- Georgius Agricola - 1494 geboren
- Peter Apian - 1495 geboren
- Phillipp Melanchthon - 1497 geboren

Es gibt eine Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten, von denen konkrete Daten zur Lebensgeschichte fehlen.

Wie ist nun die Situation bezüglich der Lebensdaten von Heinrich Schreyber? 

Die Quellenlage zur Biographie von Schreyber ist denkbar schlecht. Die nach wie vor wichtigste Quelle mit Informationen zum Leben von Grammateus, wie sich Schreyber später nannte, stellt der Bericht von Christian Friedrich Müller in der Jahresschrift des Gymnasiums Zwickau von 1896 dar: „Henricus Grammateus und sein Algorismus de integris“ (Müller 1896).

Im Jahre 1970 analysierte Wolfgang Kaunzner die mathematische Hauptschrift von 1518/21, um die algebraischen Erkenntnisse von Schreyber bekannt zu machen (Kaunzner 1970). Lebensdaten übernahm Kaunzner von Müller. Die noch existierenden Werke von Schreyber erfaßte Wolfgang Meretz 1976 in einer Bilbiographie (Meretz 1976).

Wenn man die Schlußfolgerungen von Müller zum Geburtsjahr von Schreyber anerkennt, war 1996 die letzte Möglichkeit für die Ehrung zum 500. Geburtstag.

Eine Reihe von Fachwissenschaftlern faßte deshalb die Erkenntnisse über die verschiedenen Seiten des Mathematikers und Cossisten Heinrich Schreyber zusammen und gaben eine Festschrift heraus (Weidauer 1996). Die Stadt Erfurt würdigte mit einer Ausstellung ab Dezember 1996 den in Erfurt geborenen Wissenschaftler.